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4.1 Geschichte
Die reichen Goldvorkommen lockten bereits sehr früh Goldsucher und Abenteurer aus den westlichen Teilen Rußlands nach Burjatien. Den Goldsuchern folgten Händler, die ihre Waren vor allem gegen Pelze tauschten, und schließlich Siedler, die die Buriad-Mongolen aus den fruchtbaren Flußtälern verdrängten. Sowohl zur Zarenzeit als auch unter kommunistischer Herrschaft war diese Region beliebter Verbannungsort für politisch Anders-denkende.
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Bürgerhaus in ethnographischen MuseumDer frühe Kontakt mit russischen Siedlern führte zu einer Spaltung der Burjaten in die West-Burjaten und Ost- oder Transbaikal-Burjaten. Waren die Burjaten ursprünglich Nomaden und Viehzüchter, so lebten 1897 nur noch 50% hauptsächlich von der Viehzucht und bereits 48% vom Ackerbau. Hierbei wurde wieder die Teilung in Ost- und West-Burjaten deutlich. Während die Ost-Burjaten an der traditionellen Viehzucht festhielten, paßten sich die West-Burjaten ihrer Umgebung an und betrieben Viehzucht nur noch neben dem Ackerbau. Daß die Ost-Burjaten von dem russischen Siedlerstrom verschont blieben verdanken sie der Tatsache, daß der Boden im östlichen Teil für Ackerbau nicht geeignet war.
Mit dem Beginn der Seßhaftigkeit änderte sich auch der Lebensstil der West-Burjaten. Die Filzjurten wurden durch solche aus Holz ersetzt oder einfach durch Blockhütten verdrängt. Man eignete sich die handwerklichen Fähigkeiten der Russen an. Vor allem Holzbearbeitung und die Herstellung von Gegenständen aus Silber und Kupfer verbreiteten sich.
Trotzdem waren 1928/29 von den Ost-Burjaten nur 9,8% seßhaft, hingegen 78,6% Halb- und 11,6% Vollnomaden. Erst ein Beschluß der Kommunistischen Partei zur Abschaffung des Nomadentums und Einführung von Kolchosen setzte dem traditionellen Lebensstil der Burjaten endgültig ein Ende.
Während die Russen überwiegend in den Städten und Siedlungen der Bergarbeiter, Waldarbeiter usw. leben, findet man die Burjaten vermehrt in den ländlichen Regionen. Lediglich in der Hauptstadt Ulan Ude wohnt eine größere Zahl Burjaten. Die meisten siedeln am linken Ufer der Selenga sowie in den Tälern der Uda, des Bargusin und des Irkut.
Rundhütte in ethnographishcchen Museum
Die meisten der Ewengken leben im Norden, im Gebiet der Oberen Angara, am oberen Bargusin und am Witim. Sie züchten Pferde oder Rentiere. Die am Nordufer des Baikalsees ansässigen Eweng-ken (auch Pomoren oder Lamutschinen genannt) trei-ben auch Gewerbe. Die Ewengken der südlichen Regi-onen haben sich fast völlig mit der burjatischen Bevölkerung vermischt. Die Tuwiner, die auch Tunka-Sojoten genannt werden, leben an der Grenze zur Tuwinischen Republik an der Oka und am Oberlauf des Irkut. Sie sind Vieh- oder Rentierzüchter, einige auch Jäger oder Ackerbauern. Auch sie haben heute die burjatische Sprache und Lebensweise übernommen.
Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 3,0 Einwohner pro qkm. Die Besiedlung ist jedoch sehr ungleichmäßig. In den dünn besiedelten Gebieten wie dem Witim-Plateau und dem Ost-Sajan leben nur ca. 0,5 Menschen auf einem qkm. In anderen Aimag liegt die Dichte bei 8 Einwohnern. Hinzu kommen die industriellen Ballungsräume wie Ulan Ude oder Bargusin. Die meisten Menschen leben im Süden, in den Tälern der Selenga und ihrer Nebenflüsse.
4.2 Burjatische Bevölkerung nach ihren Bezirken (1989)
Gesamtbevölkerung von Burjatien: 1.052.500 (1.Jan 96)
21 Bezirke
611 Dörfer unter 40.000 Einwohner
Hauptstadt: Ulan Ude: 363.800 (385.600) Einwohner
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Statistik für jeden Bezirk:
Von der Gesamtbevölkerung Burjatiens sind 23,7 % Burjaten und über 70,3 % Russen. Der Rest von 6 % entfällt auf einige andere Völker wie Ewengken und Tuwiner. |
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