| Bildung | |
Anfang des 19. Jh. wurden die ersten Schulen für Burjaten in Werchneudinsk und Troizkossawsk (Kjachta) gegründet. Da in diesen Schulen burjatische Kinder unterrichtet wurden, nannte man sie ,,fremdländisch" oder ,,fremdstämmig". Weitere Elementarschulen eröffneten 1804 in Bulagansk, 1806 in Oninsk, 1816 in Idinsk und Tunkin, sowie 1818 in Selenginsk. Die Anzahl der Schüler war jedoch pro Schule auf 12-20 begrenzt. Außerdem gab es Missionsschulen und buddhistische Schulen. So besuchten noch im Jahre 1911 lediglich 708 burjatische Kinder Schulen, und nur 84 davon waren Mädchen. 1916 studierten erst ca. 150 Burjaten an mittleren oder höheren Schulen.
Mit der Machtübernahme durch die Sowjets änderte sich die Lage. Nach offiziellen Angaben betrug die Analphabetenrate 1923 78,3%, 1931 56,5%, 1934 39,5% und 1949 nur noch 2% der erwachsenen Bevölkerung. Die allgemeine Grundschulpflicht wurde eingeführt und die allgemeine Siebenklassenschule. So gab es im Jahre 1950/51 485 Elementarschulen, 141 Siebenklassenschulen und 52 Mittelschulen. Insgesamt nahmen 107.700 Schüler am Unterricht teil. Da viele Burjaten weit verstreut leben, sind den meisten Schulen Internate angegliedert. Eine Mittelschule gibt es in jedem Almag.
Burjatische Kinder haben die Möglichkeit, in den Elementarschulen in ihrer Muttersprache unterrichtet zu werden. Für die Siebenklassenschulen und die Mittelschulen brauchen sie allerdings gute Russischkenntnisse. Auch für die Ewengken gibt es spezielle Schulen mit angegliedertem Internat.
Bis 1970 hatte sich die Zahl der allgemeinbildenden Schulen auf 634 erhöht. Unterrichtet wurden 205.900 Schüler. Hinzu kamen 22 Fachschulen mit 19.700 und 4 Hochschulen mit 18.100 Studenten. Es gibt eine Universität, pädagogische Fachschulen (in Ulan Ude und Kjachta), eine Fachschule für Musik und Theater, Technische Hochschulen u.a. für Agrarwissenschaften, Maschinenbau und Genossenschaftswesen, ein zootechnisch-tierärztliches Institut, Institute für Lehrbildung und Pädagogik, ein Forschungsinstitut für Sprache, Literatur und Geschichte sowie agrarwissenschaftliche Forschungsstationen.
1979/80 wurden an 700 Schulen 175.000 Schüler unterrichtet. An 16 technischen Fachschulen studierten 219.000 Studenten und 22.400 Studenten an den 2 Hochschulen. In der sibirischen Abteilung der Akademie der Wissenschaften, die 4 Institute hat, arbeiteten 281 Forscher. Viele Studenten absolvieren ihr Studium aber auch an anderen Hochschulen des Landes, z.B. in Moskau, Irkutsk, Swerdlowsk oder St. Petersburg.
Staatsakademietheater
Das Buratische Agrarwissenschaftliche Institut ist eines der ältesten und höchsten schulischen Einrichtungen Ostsibiriens. Sie bildet Spezialisten verschiedener landwirtschaftlichen Richtungen aus wie Agrarwissenschaftler, Ökonomen, Ingenieure für Mechanik, Veterinäre und Zoologen. Die Akademie unterhält eine Versuchsfarm, auf der Studenten lernen, den Boden verschiedentlich zu bearbeiten. Weiterhin verfügt sie über ein Computerzentrum, Forschungslabore und eine gut sortierte Bibliothek. Selbst nach ihrem Studium arbeiten die Fachkräfte noch eng mit ihren Ausbildern zusammen.
Die Ostsibirische Staatsakademie für Kultur und Kunst wurde 1960 gegründet, bekam aber erst in 1995 den Status einer Akademie. Fünf verschiedene Fachrichtungen vertritt die Akademie: Wissenschafts-Bibliothek, Informations Management Technologie, Kultur- und Naturbesitz, Sozio-Kultur Aktivitätsmanagement und Kunst. Mit noch anderen Fakultäten sind insgesamt 25 Abteilungen vertreten. Sehr viele verschiedene Studiengänge können von den Studenten belegt werden, von Mathematik, Sprache, Geschichte, Philosophy bis zu Computer Informatik etc. Ein Studiengang dauert 5 Jahre und schließt mit einem Diplom als höchst qualifizierter Spezialist ab.
Es bestehen auch Möglichkeiten zum Fernstudium. In den Städten und Dörfern wurden Bibliotheken und Vorlesestuben eingerichtet. In den 464 öffentlichen Bibliotheken standen den Lesern 3,6 Millionen Bände (1970) zur Verfügung (1950: 370 Bibliotheken mit 994.000 Bänden). Des weiteren gibt es Kulturhäuser, 2 Museen für Landeskunde, ein Kunstmuseum und ein Museum für atheistische Propaganda.