Unsere Vision

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Reisebericht über Chakassien  I  Bericht über die Republik Burjaten

 

Inhaltübersicht:

Völker Gottes, Völker Sibiriens
Einleitung
1. Die Völker und ihre Eigenarten
2. Gott sucht die Völker
3. Völker suchen Gott
4. Wir suchen Völker 
5. Sibirische Völker

 

 

Völker Gottes, Völker Sibiriens

In der Zeit des Kommunismus hat man versucht, die Verschiedenheiten der sibirischen Völker zu nivellieren. Das, was die Vielfalt von Gottes Schöpfungsherrlichkeit widerspiegelt, wurde unterdrückt, so daß manche der über 25 Völker Sibiriens kaum Chance haben zu überleben. Was kann einen motivieren, an diese vielen kleinen Völker zu denken für sie zu beten, zu ihnen zu gehen und ihnen das Evangelium des Lichts zu bringen? 

Dieser Vortrag will etwas über die 1.) Eigenarten der Völker ihre Verschiedenheiten im allgemeinen sagen, die sie trennen und auf die Notwendigkeit der Höheren Ebene hinweisen auf der sie sich  treffen können. In dem wie 2.) Gott die Völker sucht wird dann diese Höhere Ebene sichtbar, die Gemeinde. Aber auch die 3.) Völker suchen Gott, was die Antwort findet, wenn auch 4.) wir die Völker suchen.  Eine kleine Übersicht über 5.) die Völker Sibirien ist angefügt. 

Gott jedenfalls hat die vielen Völker lieb und sie noch nicht aufgegeben, ja, er will sie alle um seinen Thron haben, aus jedem Volk und Stamm will er Anbeter haben! 

 

Einleitung

In der Diskussion um die Wichtigkeit von Volkstum, die Zugehörigkeit zu einem Volk, gibt es zumindest in der Theorie verschiedene Ansichten. Auch uns Deutschen ist nicht zu jeder Zeit die Frage gleich beantwortet worden: Hat es Sinn Heimat zu haben? In den Zeiten des Nationalsozialismus hatte sicher der Rassenwahn seine stärkste Ausprägung, aber in den Zeiten danach erwies sich der Internationalismus auch nicht als gangbarer Weg und so sind heute eindeutige Zeichen eines ungesunden Volkstums wieder zu erkennen. Deutsche haben im Allgemeinem mehr Hemmungen ihre Nationalflagge im Ausland aufzuhängen als z.B. Amerikaner oder Schweizer.

Doch alle Menschen vergöttern ihr eigenes Volkstum und hegen es. Besonders stark ist das bei Aussiedlern zu beobachten, die in der Fremde ihre kleine Heimat pflegen. Da werden sie sich vieler Gewohnheiten und Handlungen auf einmal bewusst und diese werden in Kontrast zu dem Umfeld gebracht. Zum Beispiel: Ich traf einen Amerikaner in Sofia. Es stellte sich heraus, daß er deutsche Eltern hatte, also war er die erste Generation Amerikaner. In späten Abendstunden erzählte er mir von seiner Familie, seinen Eltern, und wie diese viele typisch deutsche Gewohnheiten und Ansichten hatten - das konnte ich ihm natürlich dann klar machen – die deutschen Werte! 

Die Verbundenheit zum eigenen Volk ist doch letztlich etwas, was uns wie mit der Muttermilch eingegeben wurde. Das Vaterland: Inbegriff aller Faktoren, die zu unserem Werden beigetragen haben, zu dem was wir sind. (Das Wort 'Nation' will nur die gleiche Herkunft und Abstammung beschrieben.) Karl Barth sagte: "Die Zugehörigkeit zum Volk ist Gottes (ich sage: ‘erste‘) Platzanweisung." und wendet sich gegen den abstrakten Internationalismus und Kosmopolitismus wo alle kulturellen Verschiedenheiten einfach nivelliert werden sollen.  

Bei aller Offenheit gegenüber Andersartigkeit, die Heimat holt einen immer wieder ein; im Ausleben der eigene Kultur, im Sprechen der eigenen Sprache, da ist das Herz.  

1. Die Völker und ihre Eigenarten

Die Wiege der Völker finden wir in 1. Mose 10. Hier werden die Stammbäume aus den drei Söhnen Noahs angegeben, die Völkerschaften die von ihnen ausgingen. Im besonderen wird hier auch dem Ort wo sie siedeln Aufmerksamkeit geschenkt. 1. Mose 10 will also nachweisen, dass alle Völker von einer Familie kommen. 

Dieses ist die Entstehungsgeschichte der Völker, wie Gott sie uns wissen lässt. Wir wissen natürlich nicht, wie diese unterschiedlichen Volksgruppen entstanden sind. Manche meinen, dass die Trennung der einzelnen Völker mit der Sprachverwirrung aus der folgenden Geschichte vom Turmbau zusammenhängt. Doch ich kann mich der Meinung Gennrichs (Gott und die Völker) anschließen, der davon ausgeht, dass Kapitel 11 die vielen verschiedenen Völker schon kennt. Nach der Völkervielfalt kommt also erst die Sprachenvielfalt. Die Völkervielfalt ist also keine Folge der Sünde, so wie die Sprachenvielfalt sie ist. 

Deshalb, so Gennrich, ist die Völkerwelt "nicht etwas schöpfungsmäßig Urgegebenen, sondern urgeschichtlich Gewordenes." Die vielen Völker sind also nicht von Gottes erster Planung entstanden, sondern die Bibel geht einfach von der Tatsache aus, daß die vielen Völker in der Urgeschichte vorhanden waren.      

Es ist also die Völkerwelt so zu bejahen, wie sie ist, sie hat Glanz, kennt aber auch Schatten. Denn wie alles entartete durch die Sünde, so wurde auch die Einheit der Völkerfamilie zerstört und nur Vergebung kann die Einheit wieder herstellen, auf einer "Höheren Basis" auf die wir aber später kommen werden.  

In 1. Mose 10 zählen wir 70 Völker. Noch bis zur Zeit von Kolumbus ist man in Europa von weltweit 72 Völker ausgegangen. Heute wissen wir mehr. Patrik Johnstone hat in seinem neuen Buch (The Church is bigger than you think) eine kleine Grafik aufgezeichnet wie viel Völker es heute gibt. 

Danach waren im Jahr 100 schon 4000 Völker vorhanden und heute sind es 13 000 wovon 12.000 davon mit dem Evangelium erreicht wurden. Gott hatte ja den Befehl gegeben, dass die Völker sich auf der Erde zerstreuen und sie damit bevölkern sollten. Wie väterliche Fürsorge klingt es dann auch in 5. Mose 32,8, dass Gott die Grenzen der Völker festgelegt hatte. Er gab ihnen ihren Besitz, und damit auch Verantwortung.

Wie bizarr und vermessen direkt klingt es dagegen, wenn man hört, dass unsere Väter die Grenzen Afrikas um 1900 in Berlin zogen, ohne Rücksicht auf die dort lebenden Völker. Deshalb sind die Grenzen auch oft so gerade und deshalb sind Völker und Stämme heute von Landesgrenzen durchschnitten. Die politischen Unruhen in Afrika sind größtenteils durch die eigenwillige Aufteilung der Ländergrenzen der Europäer zurückzuführen. – Nur auf einer Höheren Ebene kann dieser ewige Streit beigelegt werden. 

 

Textfeld: Ziel     Von den Grenzen zu den Sprachen. Wir gehen davon aus, daß es heute 6.703 Sprachen gibt. Die Sprachentwicklung der Menschen kann ich nicht veranschaulichen, wohl aber den Verlauf der Bibelübersetzungen seit den letzten 500 Jahren. Erst in den letzten Jahren arbeitet man verstärkt daran, die Bibel jedem Volk in seiner Muttersprache zur Verfügung zu stellen, oder sagen wir 75% - 60% der Völker eine ganze Bibel (Ziel). Man geht davon aus, daß, wenn die Familie daheim am Küchentisch eine andere Sprache spricht als im Bus zur Arbeit oder in der Schule, dann ist das ihre Muttersprache die eine eigene Bibel-Übersetzung wert ist (natürlich vereinfacht dargestellt). Keine leichte Aufgabe, die Übersetzung eines NT kostet 12-20 Jahre harte Arbeit. 

Wie wichtig es ist das Evangelium in der Muttersprache der Leute ins Herz zu geben beweist die Geschichte. Die Gemeinde in China überlebte die schweren Zeiten ohne Missionare weil sie die Bibel in ihrer Sprache hatten. Die Kirchen Nordafrikas überlebten den Druck der Moslems im 7. und 12. Jh. nicht. Von der einst so großen Nordafrikanischen Kirche ist so gut wie nichts mehr übrig, weil die Bibel nicht in die Sprache der Völker übersetzt worden ist; sie war in Latein. Der Missionar kommt also nicht umhin, den Wert der Sprache eines Volkes zu schätzen, auch wenn sie schwer und unerlernbar erscheint. 

Die Sprachverwirrung, einst der Fluch über die Überheblichkeit der Menschheit in Babel. Gott hat dieses Gericht erst an Pfingsten wieder aufgehoben. – Erst im neuen Bund und durch Jesus, also auf einer höheren Ebene, hat Gott die Völkerverständigung geplant. 

Die Grenzen trennen die Völker räumlich, ihre Sprache trennt sie zwischenmenschlich und ihre Kulturen trennt die Völker idealistisch d.h. von ihren Idealen her. 

Eine Kultur, so sagt die Ethnologie, will grob gesprochen drei Dinge regulieren und organisieren: 

A) die Gedanken, was angebracht ist zu denken. Da spielt der ganze Bereich der Frage nach dem was wahr ist, das was wirklich ist hinein: Wie steht der Mensch zu seinem Umfeld, zur Natur, zu den Tieren, zur übernatürlichen Welt. Was ist Geschick, was Zufall, welchen Einflüssen ist der Mensch sein Leben und sein Schaffen ausgesetzt? Was ist Realität? Was steckt z.B. wirklich hinter einem Unfall? Welche Ursache ist real?

B) die Gefühle, was Leute empfinden können. Das ist der Bereich der Frage nach dem was schön ist, was Spaß macht, wann gelacht wird oder geweint wird, was ekelig und was geschmackvoll und harmonisch ist. Ist es z.B. witzig wenn der Lehrer sich vor der Klasse verspricht?

C) die Werte, was die Leute tun dürfen. Hier ist die Frage nach dem was akzeptabel oder inakzeptabel ist, was gut und böse ist, was richtig und falsch ist. Ist es richtig sich die Hand zu schütteln beim Begrüßen?

Auch wir sind außerhalb unserer Kultur nicht wirklich zu verstehen, so wie ich für meine Frau im Kontext meiner Familie am besten zu verstehen bin. Und dann wundert sie sich doch noch mal wie wir Stüchers so sind: was wir voneinander denken, was wir für einander empfinden und wie wir miteinander umgehen. 

Gott kennt die Völker mit ihren Idealvorstellungen. Doch sein Wort darf überprüfen, was wirklich davon bleiben darf, wenn sie sich zu Ihm bekehren. Keiner sonst hat das Recht Kulturen zu richten und gut und böse Gedanken, Gefühle und Werte zu definieren. Das ist schwer, da jeder Mensch prinzipiell von der Vorherrschaft seiner eigenen Kultur ausgeht und an dem Anderen Zivilisation betreiben will. Deswegen ist Kulturberührung auch ein Spannungsfeld, das nur auf Höherer Ebene bleibend beigelegt werden kann.  

Neben den Grenzen, der Sprache und der Kultur ist da noch eine Eigenart, welche die Völker trennt, mehr oder weniger friedlich. 100 Jahre haben indonesische Christen und Muslime friedlich auf Indonesien zusammen gelebt. Jetzt Streiten sie sich so sehr, daß die Rauchwolke nicht mehr über den Insel weicht und Flüchtlingsströme in Gang gesetzt werden. Völker haben ihre Religionen, die sie entsprechend ihrer Vorstellung über das Übernatürliche und das Leben nach dem Tod trennt oder auch vereint. 

Die Form des Glaubens, der Gottesdienst der Völker, findet in ihren Mythen, Lehren, Verhaltensregeln, Riten und Festen seinen Ausdruck. Sie sind eng mit der kulturellen Vorstellung verbunden, ein Netz, aus dem sich die an Gott gläubig Gewordenen oft nur schwer befreien können. 

 Da alle Religionen sich Gottes Gericht stellen müssen, alle Götzen und eigenwilligen Vorstellungen der Völker über Heilswege vor dem Schöpfer des Universums nichtig sind, ist Religion das Element der Eigenart der Völker, was am wenigsten Bestand haben kann. So viel Blut das über Religionsstreit geflossen ist, so viel Höher muss die Ebene sein wo sich Völker wieder finden können, ja, muss die Ebene sein wo sie dem Höchsten selbst begegnen können.

Würde Gott hier stehen bleiben, dann wäre für die Völker dieser Erde keine Hoffnung. In sich zerstritten und ihrem Schöpfer fremd. Doch er kennt sie alle, weiß wo sie sind, spricht ihre Sprachen, begegnet ihnen in ihren Weltanschauungen und hat einen Heilsplan mit ihnen, sieht das Heil jedes Volkes der Erde voraus. 

 2. Gott sucht die Völker

Im AT ist uns ein wenig von diesem Heilsplan geoffenbart, doch erst mit Jesus kann sich Gottes Mission so richtig entfalten, weil er in Jesus die Erde besuchte, den Völkern nahe kam. Sie konnten ja nie auf diese Höhere Ebene kommen, so kam er zu ihnen, sagen wir er kam zu uns Germanen. 

Aus den vielen AT-Stellen vom 1. Mosebuch bis zu den Propheten will ich nur eine Stelle aus den Psalmen herausnehmen. In den Psalmen wird gut 100 Mal das Wort Nationen, Völker oder Völkerschaften erwähnt ohne deren Namen (Moab, Ägypten, ... ) mitzuzählen.  

Stellvertretend für die vielen Psalmstellen erwähne ich Psalm 67. Da heißt es: 

"Gott sei uns gnädig, und segne uns. Er lasse über uns sein Angesicht leuchten, damit auf Erden sein Weg erkannt wird und unter den Völkern sein Heil. Die Völker sollen dir danken, o Gott, danken sollen dir die Völker alle.  Die Nationen sollen sich freuen und jubeln, denn du richtest den Erdkreis gerecht. Du richtest die Völker nach Recht und regierst die Nationen auf Erden. Die Völker sollen dir danken, o Gott, danken sollen dir die Völker alle. Das Land gab seinen Ertrag. Es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott. Alle Welt fürchte und ehre ihn." 

Es ist interessant, wie der Dichter seine Botschaft an die Völker adressiert. In der Ethnologie würde man sagen, dass er seine Botschaft an den universalen Bedürfnissen aller Kulturen anknüpft. 

1.) Die Völker sollen Gott danken, weil sie eine Gute Ernte hatten. Das ist das erste der sieben Grundbedürfnissen aller Menschen, das haben wie alle gemeinsam. Gott hat also verkündigen lassen, daß egal welcher Ort, welche Sprache, welche Kultur oder Religion, alle Völker sind aufgefordert Gott für Essen und Trinken zu danken. 

2.) Die Völker sollen Gott danken, weil Gott nach Recht richtet. Das letzte und siebte Grundbedürfnisse aller Menschen in welchem sie eine Beziehung mit dem Übernatürlichen (Gott) suchen. Sie sollten ihren Glauben auf Gott ausrichten, ihre Rituale ihm widmen, ihre Gebete zu ihm richten, ihre Anbetung auf ihn konzentrieren. 

 Was für eine interkulturelle Aussage in diesem Psalmen. Gott ist wirklich darum besorgt nicht nur seine Existenz, sondern auch sein Heil den Völkern kundzutun.  

Im NT ist Gottes Heilsplan mit Jesus Christus erfüllt. Die Gerechtigkeit, auf die die Völker warteten, das Heil worauf die fernen Inseln hofften ist gekommen (Jes.51,5; Mt.12,21!). Die höhere Ebene ist worden! 

Und so kann man dann auch verstehen, wenn Johannes der Täufer ganz scharf gegen die Haltung der Juden vorgehen muss (Mt.3,9f). „Wir haben Abraham zum Vater“ war ihre exklusive nationale Haltung, „wir haben völkische Vorzüge, wir sind mit dem Erwählten blutsverwandt“. Als erwähltes Volk Gottes fühlten sich die Juden den anderen Völkern überlegen und leiteten dadurch ihren besonderen Anspruch auf Segen ab. 

Doch das Entscheidende, so muss Johannes sie aufklären, ist die Erwählung aus Gnaden, und er bestätigt damit auch die Propheten. Johannes sagt, dass Gott aus dem Nichts für Abraham Kinder schaffen kann. Er betont: „Kinder für Abraham“, und verwurzelt so die Gotteskindschaft jetzt mit Abraham. Die Heilsgeschichte die mit der Berufung Abrahams angefangen hat, findet in dem neuen Gottesvolk ihre Erfüllung. Damit wird der natürliche Volksbegriff vom religiösen Volksbegriff unterschieden. Für das neue Gottesvolk ist nicht die Blutverwandschaft, nicht die natürliche Abstammung entscheidend, sondern allein die Gnade Gottes. Das Heil liegt also niemals im Volkstum.   

Wenn man aufmerksam das Lukasevangelium liest, dann fällt auf, dass Lukas im Besonderen das Heil für alle Völker betont: die Verheißungen über Jesus die zitiert werden, Jesus bei den Samaritern, die Witwe von Zareptha mit Erwähnung von Naaman, beim Gleichnis vom Festmahl und auch beim Missionsbefehl. Und das setzt Lukas dann auch in der Apostelgeschichte fort: die Ausbreitung der Frohe Botschaft bis in die Hauptstadt der damaligen Welt.  

Mit seiner Bezeichnung als Menschensohn hat Jesus nicht nur das Bild der Juden über Gott auf den Kopf gestellt. Auch die Heiden sollten sehen, dass Gott in Jesus sich die Beschränkungen aller Menschenrassen auferlegt um ihnen nahe zu kommen. Die Bezeichnung Menschensohn gebraucht Jesus nur für sich selbst und deutet damit an, dass er einmal in allen Grundbedürfnissen den Menschen gleich geworden ist aber auch, dass seine irdische Hülle getötet werden kann, er am Kreuz stirbt. – Jesus, der Menschensohn für alle Völker.     

Das wohl Offensichtlichste von Gottes verbalem Heilswillen für alle Völker sind die Missionsbefehle. Nach seiner Auferstehung muss Jesus wirklich fast nur noch über Weltmission mit den Jüngern geredet haben. Der Missionsbefehl kommt 5 mal vor und wird jedes Mal in einer anderen Situation ausgesprochen. Jesus sendet die Jünger zu allen Völkern, in der ganzen Welt, in jeder Sprache soll das Evangelium gehört werden. Das Sprachwunder von Pfingsten setzt ein eindeutiges Zeichen für universelle Mission, ist ein bewusstes Gegenstück zur babylonischen Sprachverwirrung. Jedem Volk sollte in seiner Eigenart das Evangelium verkündigt werden. 

Paulus, Sohn jüdischer Eltern, mit römischem Bürgerrecht und Namen, griechischer Bildung und Sprache hat Gottes Willen im Bezug auf die Völkerwelt wohl am eifrigsten verfochten, entgegen allem Widerstand seiner religiösen Lehrer. Immer wieder erwähnt er in seinen Briefen, dass den Heidenvölker wie den Juden das Heil aus Glauben angeboten wird. 

Er ist es dann auch, der sich der Problematik stellt, die Verschiedenheiten der Völker in einer neuen Gemeinschaft zu verschmelzen. Wie sollte die Ebene aussehen, auf der sich die Völker als Brüder begegnen, wie viel ihrer Eigenarten haben in der christlichen Gemeinschaft noch Platz?

Von Paulus lesen wir allerdings auch, wie nahe er seinen natürlichen Stammesverwandten war, für sie würde er sich opfern wenn es machbar wäre (Röm.9,3).  

Es muss also so sein, die Verschiedenheit der Völker in der Gemeinde nicht ausgeschaltet wird. Aber, sie wird in der Kirche Jesus Christi aufgehoben. Hier lebt das Volk Gottes in einer neuen Gemeinschaft, die nicht an Sprache und Herkunft gebunden ist. Sie sind nicht alle gleich, aber gleichwertig. Das muss die höhere Ebene sein, auf der sich die Völker wieder friedlich begegnen können. Das ist die höhere Basis auf der die Völker ihren Streit um Grenzen, um Vorherrschaft, um kulturelle Unterschiede und religiöse Vorstellungen beilegen können. Gott, der das Recht hat alle Menschen zu prüft und zu richtet, der durch sein Wort ihre Vorstellungen und Vorurteile läutert, er hat durch den Glauben an Jesus Christus, durch die Gnade der Erlösung die Zwischenwände der Völker niedergerissen. 

Die Vielfalt der Völker in der Gemeinde ist ein Vorgeschmack von dem, was im Himmel sein wird, alle Völker werden sich schließlich um den Thron Gottes vereinigen um ihm das Lob zu bringen (Off.7,9; 14,16) 

Gott sucht die Völker, sein Evangelium muss jedem Volk bekannt werden, und zwar jedes Volk in seiner Eigenart.  

3. Völker suchen Gott

Aber auch die Völker suchen Gott. Immer wieder waren Missionare überrascht, welche Vorstellungen sie bei Urvölkern fanden: von einem allmächtigen Schöpfergott und dem Ungehorsam des Menschen gegenüber ihm. In seinem Buch „Ewigkeit in ihren Herzen" beschreibt Don Richardson aufregende Begebenheiten, wie die Geschichte der verlorengegangenen Gemeinschaft mit dem Schöpfung und der Sintflut bei verschiedenen Völkern vorhanden sind. Durch Jahrhunderte wurde dieses Wissen weitergetragen, und mit diesem die Hoffnung auf die Botschaft über die Wiederherstellung der Gemeinschaft, des Friedens mit Gott. 

Als aktuelles Beispiel hier einen Beitrag von NTM wie der Anu Stamm sie auffordert ihnen Missionare zu senden. (Im Moment hier nicht zur Verfügung) 

4. Wir suchen Völker 

Wenn Gott die Völker sucht und die Völker Gott suchen, dann können wir nicht anders als sie auch zu suchen. Der Missionsbefehl hat es festgelegt, die Völker an ihrem Ort, in ihrer Sprache, in ihren kulturellen und religiösen Vorstellungen aufzusuchen. Um das zu tun, müssen wir uns intensiv mit diesen Eigenarten auseinandersetzen, müssen sie studieren, um effektiv und auf sie ausgerichtet das Evangelium zu formulieren.  

Die Bibelübersetzer haben oft große Probleme, wenn sie die richtigen Wörter (Terminologie) für die biblische Sprache finden müssen. Sie laden nicht einfach das Volk ein eine andere Sprache zu lernen, Russich z.B. um die Bibel lesen zu können. Nein, sie setzen sich hin, und am Empfänger orientiert, übersetzen sie, in Yakutisch, in Nenet, in Chukot, in Nana, in Buriatisch. 

Die Zeit der modernen Mission, fing mit William Carry an, der 1792 die erste Missionsgesellschaft ins Leben rief. Er ist der Gründer der s.g. Küstenmission. Später dann (1865), mit Hudson Taylor, fing die s.g. Innlandmission an. Beide Missionsstrategien sind heute nicht mehr nötig, und so wurde 1934 die dritte Missionsstrategie von Conald McGravan & Cameron Townsend ins Leben gerufen; sie war die „Mission unerreichte Völker-Bewegung“.

Dieser Bewegung haben sich viele Missionsgesellschaften angeschlossen, auch die Partnermission, mit der wir in Sibirien sein werden, PIONEERS

            PIONEERS mobilisiert Teams

            Um Gott unter den unerreichten Völkern zu verherrlichen

            Indem sie, in Zusammenarbeit mit örtlichen Gemeinden

            Eine Bewegung zur Gemeindegründung anregt. 

5. Sibirische Völker

In der Zeit des Kommunismus hat man versucht, die Verschiedenheiten der sibirischen Völker zu nivellieren. Das, was die Vielfalt von Gottes Schöpfungsherrlichkeit widerspiegelt, wurde unterdrückt, so daß manche der über 25 Völker Sibiriens kaum Chance haben zu überleben.  

An anderer Stelle haben wir mehr über die sibirischen Völker geschrieben. Hier nur eine Zusammenfassung: 

Sibirien:

Einwohner:       26 Mio.

Größe:             10 Mio. km² (wie USA)

Dichte:             90% der Einwohner leben auf 10% der Fläche 

Bevölkerung:    90% Russen; 10% Urvölker 

Sprachen:         Russisch + 42 Volkssprachen  

Religion:           Russisch Orthodox, Atheismus,
                          Animismus, Schamanismus, Buddhismus

Missionare:      von uns 1998 geschätzt max.60 

 

Betet für die Völker Sibiriens:

Vortrag von Sommer 1999

von Wolfgang Stücher