| Wirtschaftliche Lage | |
5.1. Geschichte
Bis zur Oktoberrevolution in der UdSSR gab es im Gebiet der Burjatischen Republik kaum Industrie. In den Jahren 1912/13 arbeiteten ca. 1.500 Arbeiter in einigen kleineren Betrieben. Der größte Teil der Bevölkerung war in der Landwirtschaft tätig.
Die neuen Machthaber in Moskau erkannten bald die Bedeutung dieses an Rohstoffen reichen Gebietes und investierten große Summen für deren Ausbeutung und den Aufbau einer Industrie. Die Industrie gewann, gegenüber der Landwirtschaft, rasch an Bedeutung. Die Bruttoproduktion der Industrie hatte sich bis zum Jahre 1949 gegenüber 1913 um das l02fache erhöht. Ihr Anteil an der gesamten Volkswirtschaft nahm von 11,6% im Jahre 1923 auf 75% im Jahre 1947 zu. Vor allem die russische Bevölkerung heute arbeitet in den zahlreichen Betrieben, während die Burjaten überwiegend bei der Viehzucht bleiben.
5.2. Industrie
Straßenverkäufe in Ulan Ude
Ausbeutung und Verarbeitung der Bodenschätze nehmen bis heute einen wichtigen Platz ein. Vor allem die reichen Vorkommen an Braunkohle und Eisenerzen führten zum Aufbau einer entsprechenden Industrie. 1947 machten der Maschinenbau und die Metallindustrie 45% der Industrieproduktion aus. In Ulan Ude entstand ein großes Lokomotivenwerk und ein Lokomotiven- und Waggonausbesserungswerk.
Neben Eisenerzen gibt es auch verschiedene Edelmetalle. Zink hat eine besondere Bedeutung, da 48% des Russischen Zinkvorkommens in Burjatien zu finden ist. Daneben sind Blei (24%) und auch Gold (2%) von Bedeutung und spielten bei der Besiedlung des Gebietes durch Russen eine wichtige Rolle. Darüber hinaus finden sich reiche Vorkommen an Graphit, Asbest, Kalkstein, Tuff, Granit, Basalt, verschiedene Halbedelsteine und Mineralfarben.
Der Forstbestand von Burjatien bedeckt 72% des Landes und hat, weil er in sehr kurzer Zeit nachwächst, einen unschätzbaren Wert. Die Republik ist dazu bekannt für ihren reichen Schatz an pflanzlichen Medikamenten und auch für das reiche Vorkommen von Pelztieren.
Auch die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte ist ein wesentlicher Bestandteil der Industrie. So befindet sich das größte Fleischkonservenkombinat Sibiriens in der Burjatischen Republik, aber auch Leder-, Filz- und Schuhfabriken, Molkereien und Käsereien, eine Tabakfabrik und Mühlenkombinate, Fischkonservenfabriken und holzverarbeitende Industrie.
Große Bedeutung hat die Fischereiindustrie. 80% der Fänge entfallen auf den Baikalsee und seine Zuflüsse. Die restlichen 20% entfallen auf die Jerawin-Seen und die zahlreichen anderen Gewässer. Am Baikalsee gibt es eine Fischzuchtanstalt, um die Bestände aufrechtzuerhalten. Neben mehreren Räuchereien gibt es einige Fischkonservenfabriken sowie andere fischverarbeitende Industrie.
Ebenso spielt auch die Forstwirtschaft eine bedeutende Rolle. Die Holzvorräte des großen Bestandes (22% der Republik) werden auf ca. 1,5 Mrd. Kubikmeter geschätzt. Der größte Teil des Holzeinschlages erfolgt im Gebiet der Uda und den angrenzenden Gebirgszügen, die hauptsächlich mit Kiefern bestanden sind. Zum Abtransport der Stämme wurden einige Bahnlinien gebaut, die auch an die Transsibirische Eisenbahn angebunden sind. Des weiteren werden die Stämme auf den Flüssen und dem Baikalsee an ihre Bestimmungsorte nach Ulan Ude, Babuschkin oder Irkutsk befördert, wo sie zu Brettern oder Eisenbahnschwellen verarbeitet werden.
Auch die Pelzindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Baikal-Zobel, der in verschiedenen Teilen der Republik gezüchtet wird, steht im Ruf, der beste Pelz der Welt zu sein. Gejagt werden Fuchs, Polarhasen, Hermelin, Luchs, Bär, Elch, Maralhirsch und andere Tiere. 60% der Pelze liefert allerdings das Eichhörnchen.
5.3. Landwirtschaft
Die Burjaten waren ursprünglich wie alle anderen Mongolen reine Nomaden, die von ihren Herden lebten. Ackerbau wurde fast nur von der eingewanderten russischen Bevölkerung betrieben, die zu diesem Zwecke die Burjaten aus den fruchtbaren Flußtälern vertrieben hatten. Die meisten Burjaten waren verarmt, denn die Herden gehörten den Fürsten und Klöstern und waren den Hirten nur zum Hüten überlassen. Wie die Mongolen in der Mongolei lebten auch die Burjaten vollkommen in Abhängigkeit vom Wetter, und die harten Winter führten unter dem Vieh, daß das ganze Jahr auf der Weide war, immer wieder zu großen Verlusten. Bei Gründung der Republik 1923 hatte sich der Viehbestand im Vergleich zu 1917 um 33,9% verringert.
Unter dem Vorzeichen ,,sozialistischer Umgestaltung" sagte man dem Nomadentum als ,,längst überholt" laut Beschluß des Zentralkomitees der KPdSU den Kampf an. Die Hirten wurden trotz ihres erbitterten Widerstandes in Kollektiven zusammengefaßt. Gehörten 1928 nur 1,5% den Kollektiven an, waren es 1930 bereits 33,8%.
Mit Abschaffung des Nomadentums änderte sich die Viehhaltung entscheidend. Das Vieh, das auf Sommer- und Winterweiden grast, verbringt ca. 6-7 Monate im Stall. 100.000 ha Wiesen wurden bewässert und gedüngt und sowie Grassorten eingeführt. Fleisch- und Milchleistung wurden durch Kreuzung der einheimischen Rinderrasse mit Simmentalern verbessert.
Den größten Teil des Viehs machen Schafe und Rinder aus. Aber auch Geflügel (überwiegend Hühner) und Schweine werden gezüchtet und Bienen gehalten. Die Pferde der Burjaten, die "Transbaikaler", sind von kleinem Wuchs und können keine schweren Lasten tragen. Aber sie sind ausdauernd und dem lokalen Klima bestens angepaßt. Daher kommt ihnen als Reit- und Transporttier immer noch große Bedeutung zu.
Pferde werden überwiegend in den Waldsteppen und Steppen im Süden gezüchtet, Schafe links der Selenga und in der Chorinsker Steppe. Nach wie vor am beliebtesten ist bei den Burjaten das Fettschwanzschaf. Links der Selenga züchtet man auch Ziegen. Im Südwesten, auf dem Oka-Plateau, findet man auch Yak und Chainag, eine Kreuzung zwischen Yak und Rind. Die in der Burjatischen Republik im äußersten Norden und am Oberlauf der Oka lebenden Ewengken und die Tuwiner züchten Rentiere. Nach der Machtübernahme durch die Sowjets begann man, intensiven Ackerbau einzuführen. Hauptanbaugebiete sind die Jerawiner Steppen, das Gebiet links der Selenge und die Täler der Uda und des Bargusin. Die Gesamtanbaufläche betrug 1977 ca. 888.700 ha.
Um 1950 dienten 44% der Anbaufläche dem Anbau von Sommerweizen, ca. 20% dem Anbau von Hafer. Hirse und Buchweizen gewinnen immer mehr an Bedeutung, ebenso Kartoffeln, verschiedene Gemüsearten, Ölfrucht und technische Kulturen. Bei den technischen Kulturen machen Zuckerrüben einen Anteil von ca. 30% aus, Tabak und Machorka 20% und Hanf 15%. Zuckerrüben werden überwiegend im Chiloktal angebaut, wo man auch eine Zuckerraffinerie errichtete.
5.4 Außenhandel
Der Außenhandel spielt eine wichtige Rolle in der Wirtschaft der Republik. Burjatien steht mit 22 Ländern der Welt in Handelsbeziehung. Länder der Pazifikregion gelten als wichtigsten Partner, besonders China und die Mongolei. So hat Burjatien 60% des Auslandsumsatzes mit China, 11% mit der Mongolei und 13% mit der GUS selbst. Das gesamte Umsatzvolumen des Außenhandels Burjatiens lag ’94 bei US $86 Mio. einschließlich einem Export von US $52,6 Mio. Bei 57% des Exports handelt es sich um Rohartikel, einschließlich 30% Nutzholzprodukte. Der Teil der Maschinenbauindustrie beträgt 32%.
| In der Reihenfolge der Wichtigkeit sind die folgenden Industriezweige: |
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| - Bergbau |
| - Forstbau und Holzverarbeitung |
| - Papierindustrie |
| - Leichtindustrie und Lebensmittelindustrie |
| - Viehzucht |
| - Landwirtschaft |
5.5 Infrastruktur
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In der Hauptstadt Ulan Ude treffen zwei wichtige Bahnlinien aufeinander: Die Transsibirische Eisenbahn, die die Republik von West nach Ost durchquert, und die Transmongolische Eisenbahn, deren Ausgangspunkt Ulan Ude ist und die nach Nauschka an der Grenze zur Mongolei führt, von dort weiter quer durch die Mongolei nach Jining in der Inneren Mongolei (China) und schließlich bis nach Beijing. Transporte mit der Bahn machen 90% des Umsatzes an Frachtgütern aus.
Einige Fernstraßen verbinden die wichtigsten Städte miteinander. Sie führen von Ulan Ude südwärts nach Kjachta und von dort aus nach Sakamensk, nahe der Grenze zur Mongolei, nach Sludjanka am Südende des Baikalsees und von dort weiter nach Irkutsk, Richtung Norden nach Bargusin, quer über das Witim-Plateau nach Zipikan und nach Osten über Petrowsk und Chilok nach Tschita. Von der Strecke Ulan Ude - Irkutsk zweigt bei Kultuk am Südende des Baikalsees eine Straße ab, die durch die Täler von Irkut und Oka nach Orlik auf dem Oka-Plateau führt. Von dieser Straße gibt es bei Mondy eine Abzweigung, die nach Turt am Nordende des Chöwsgöl-Sees in der Mongolei führt. Die größeren Städte und Ortschaften sind durch ein Busnetz miteinander verbunden.
Der Flughafen von Ulan Ude liegt an der Strecke Moskau - Wladiwostok. Flüge gibt es von dort auch nach Ulan Bator. Auch einige andere wichtige Städte der Republik sind mit Ulan Ude verbunden. Größere Flughäfen befinden sich in Kjachta und Bargusin.
Schiffe verkehren auf den meisten größeren Gewässern. Neben dem Baikalsee sind u.a. Selenga, Angara, Bargusin, Tschikoi, Chilok und Witim schiffbar. Fast alle Flüsse werden auch zum Flößen genutzt.
Funk und Fernsehen werden in buriad-mongolischer und russischer Sprache ausgestrahlt. Zum Programm gehören u.a. politische und naturwissenschaftliche Beiträge, musikalische Sendungen und Fortbildungsprogramme in buriad-mongolischer Sprache. Sämtliche Aimag sind an das Rundfunknetz angeschlossen.
Das Kommunikationssystem verbesserte sich mit der Entwicklung von Computer Netzwerk. Das Netzwerksystem hat einen regionalen Horst, EUnet/Relcom, und verbindet lokale Rechner untereinander und mit dem globalen Netzwerk INTERNET.
Die Entwicklung von Tourismus, welches Sanatorien mit einschließt, könnte eine wichtige Alternative der wirtschaftlichen Zweige werden. Burjatien hat einmalig reiches Potential für den Ausbau von touristischen und freizeitlichen Einrichtungen: Die Zugangsmöglichkeit zu mehr als 200 heißen Mineralquellen, malerische Berglandschaften mit Taiga die den Baikalsee umranden, der als einmaliges Monument der Schöpfung steht. Das Fischen ist auch sehr entwickelt in Burjatien: es wäre deshalb z.B. möglich eine internationale Fischjagdt-Erholung mit gleichzeitiger medizinischer Behandlung anzubieten.
Es gibt z.Zt acht Touristenhotels, 52 „Enterprises‘ Rest-Hotels“, sowie viele Sommerschul ‚Jungpionier‘ Lager am Baikalsee. Dazu kommen noch Touristenzentren in Zabaikalsiky Nationalpark. Burjatien hat bekannte Kurorte wie der „Goryachinsk, Arshan, Nilova Pustyn“ und 11 (balneological) medizinische Einrichtungen, 7 Preventoriums, 10 Sanatorien.
Russische Visa werden grundsätzlich unter Vorlage eines Einladungsschreibens von anerkannten Einrichtungen erteilt. Der Gast ist angehalten den angegebenen Aufenthaltsort nicht zu verlassen. In Burjatien kann er auch nur mit polizeilicher Sondererlaubnis die Stadt verlassen und auf‘s Land fahren. Dauerhafter Aufenthalt ist ebenfalls nicht leicht zu erwirken, und so müssen Ausländer oft jedes Jahr ihre Visa erneuern. Weitere aktuelle Informationen auf der WEB Seite http://www.russische-botschaft.de.
5.6. Gesundheitswesen
Seuchen und eine hohe Kindersterblichkeit dezimierten die Zahl der Burjaten zu Beginn dieses Jahrhunderts. In den westlichen Aimag sank sie von 110.629 in den Jahren 1887/89 auf 100.861 in 1916 und 96.562 in 1917. Über die östlichen Almag liegen aus dieser Zeit keine Zahlen vor, doch dürfte die Entwicklung ähnlich verlaufen sein. Die schlechte Gesundheitsfürsorge war ein weiterer Grund für die Bevölkerungsabnahme in diesen Jahren.
Verantwortlich hierfür waren vor allem Krankheiten wie Tuberkulose, Syphilis, Geschlechtskrankheiten, hohe Säuglingssterblichkeit sowie Alkoholismus. Hinzu kamen die schlechten hygienischen Verhältnisse. Russen, die in burjatischen Gebieten reisten, hatten stets ihre eigenen Eßutensilien bei sich und erlaubten Burjaten nicht einmal, sie zu berühren. Die traditionelle mongolische Medizin, die tibetische Heilkunde oder gar die Schamanen hatten den Seuchen nichts entgegenzusetzen. 1917 gab es in Burjatien nur 2 Krankenhäuser, 8 Ambulatorien, 33 Dorfsanitätsstellen und 14 Ärzte.
Für den Ausbau des Gesundheitswesens wurden große Anstrengungen unternommen. Bis 1943 hatte sich die Zahl der Krankenhäuser auf 37 mit einer Bettenkapazität von 1.663 erhöht. 370 Ärzte und 1.285 Helfer waren tätig. Bereits 1932 gab es auch 15 burjatische Ärzte sowie 40 burjatische Arzthelfer. Eröffnet wurden Fürsorgestellen für Geschlechtskranke und Tuberkulöse, ein Tuberkulosesanatorium, ein Knochentuberkulose-Sanatorium, 13 Entbindungsheime, ein Kinderkrankenhaus, eine Airagheilstätte, Schülersanatorien und Kleinkinderberatungsstellen. Eine 1930 in Ulan Ude gegründete Schule für Arzthelfer und Geburtshelferinnen bildete bis 1945 922 Arzthelfer, 325 Geburtshelferinnen, 318 Pharmazeuten und 26 Laboranten aus.
Zwar standen diese Anstrengungen im Zusammenhang mit der schnell wachsenden russischen Besiedlung, doch profitierten auch Burjaten, Ewengken und andere Völker von dieser Entwicklung, so daß ihre Anzahl wieder stieg. 1970 gab es in der Burjatischen Republik 1.436 Ärzte und 8.500 Krankenhausbetten, und noch 1979 waren es 2.700 Ärzte und 11.102 Betten.
5.7 Wirtschaftliche Problematiken
Ab 01.01.1998 entfiel aber die Tausenderstelle des Rubels.5.900 Rubels sind dann nur noch 5.90 Rubel.
„Der Kurs der nationalen Währung gehört zu den markantesten Kennziffern der Wirtschaftsprozesse eines Landes. Die diesbezügliche Regierungspolitik ist ein entscheidender Faktor im Hinblick auf Wirtschafts-dynamik und Marktkonjunktur.
Seit dem Machtantritt der neuen Regierung in Rußland ist der Devisenmarkt zu einem entscheidenden Faktor für die gesamte Wirtschaftslage geworden, der insbe-sondere die Inflationsrate, die Arbeits-losenquote und den Produktionsrückgang beeinflußt.“
Der massive Kurseinbruch des Rubels hat die Bevölkerung in verschiedene Kaltbäder geführt. Hier einige Kursdaten des Rubelkurses im Vergleich zum Dollar:
Von 8 Rubel für 1 US Dollar Oktober 1990 fällt dieser bis März 1998 um das Tausendfache. Doch die neue Zählung weist dann wieder nur 8 Rubel auf. Im August 99 steht er somit auf 24,19 Rubel für 1 US Dollar nach Russischen Banken.
Hier zur Ökologische Karte der ehemaligen UdssR
Linienbus in Ulan Ude
Nach der Auflösung der UdSSR kamen zum erstenmal Informationen an die Öffentlichkeit, die die ökologische Ausbeutung des Landes zeigte. Menschen in verseuchten Gebiete sollten schon zu Sowjetzeiten umgesiedelt werden, doch daraus wurde nichts. Und so leben heute Tausende in ökologisch belasteten Gebieten. Die obige Karte aus „WOSTOCK 4/92“ zeigt das dreckige Erbe.
Die Arbeitslosigkeit sowie unter- oder nichtbezahltes Arbeiten betrifft fast alle Beschäftigungszweige. Bilder von streikenden Bergleuten liefen auch in Deutschland über die Bildschirme, hochqualifizierte Ingenieure bekommen schon seit Jahren kaum mehr ein Gehalt, sogar Schriftsteller müssen sich ganz neue Wege suchen Ihren Unterhalt aufzubringen ohne Hoffnung ihr Talent wirklich an die Öffentlichkeit bringen zu können. In den Schulen arbeiten die Lehrer oft nur ehrenamtlich, Schüler benutzen die Schulbücher, die sie gerade auftreiben können, jeder seine eigene Ausgabe.
Rohre der Fernheizung
Wenn auch der Kommunismus in Rußland besiegt wurde, so doch vom Kapitalismus und das in seiner schrecklichsten Form. Unterschiede zwischen Arm und Reich werden immer krasser, hochmütige Gewalt und mutlose Verzweiflung stehen sich krass gegenüber. Symbolisch dafür steht die Maffia, die mittlerweile die ganze Wirtschaft kontrolliert. Ohne sie sind keine größeren Geschäfte zu tätigen, ihrem ausbeuterischem Willen müssen sich alle Geschäftsleute beugen die es zu was bringen wollen. Auch ausländische Geschäftsleute und Investoren müssen sich ihrem Druck beugen. - Dem gegenüber zeichnet der schon in Rußland verwurzelte Alkoholismus ein noch grausameres Bild. Arbeitslose Männer sitzen in den Straßen, Mütter suchen eßbares im Müll, Kinder leben auf der Straße.
Diese Entwicklung macht auch vor der einstigen Elite der UdSSR, der Armee, nicht halt. Ihre Versorgung ist schon lange nicht mehr gesichert, so daß sogar Offiziere im Garten Gemüse ziehen und sich Schweine halten müssen, um überleben zu können. Es fehlt an Geld die vorhandene Rüstung zu erhalten, und so rostet sie buchstäblich still vor sich hin und verseucht dabei auch noch das Umfeld.
Beides, die weitreichende Naturvernichtung mit den Folgen gesundheitlicher Schäden und die desolate wirtschaftliche Situation werden noch lange Thema in Rußland und damit auch in Burjatien sein.